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Bilder und Gedichte


Manchmal, seit 2001, inspirieren mich meine fertig gestellten Bilder sofort danach zu Gedichten.


Wie die Gedichte zu den gemalten Bildern entstehen...

Nachdem ich jeweils ein Bild fertig gemalt habe, setze oder stelle ich mich für ein paar Sekunden davor, danke dem Himmel dafür und lasse mich inspirieren... Dann kommt mir, ohne lange darüber nachdenken zu müssen, sondern wie aus der Intuition gespeist, zunächst irgend ein Satz in den Sinn, woraufhin die nachfolgenden Gedanken meist in Reimform fast wie ganz von selbst auf dem Papier erscheinen...

Meine Gedichte zu den Bildern


 

Felsen und Meer, gemalte Bilder im Realismus, Aquarell, gemalt von Lisa Becker, Bielefeld, gelistet als r1


 

Felsen und Meer

Der Meereswellen Melodie,
vom dankenden Aug` gesogen,
des Meeres komponiertes Lied,
gespielt von Wind und Wogen,

erreicht den Strand, erreicht dein Herz,
auf dessen Rand entschwindet Schmerz;
ein Stück nur, denn er wohnt ja hier,
weil Mensch wir sind, ´s heißt auch mit Gier.

Ob Habgier, Eitelkeit, ob Sucht,
an deren Stelle kann Genuss
dein Herz bewegen und verzaubern
und dich des Alltags Sorg` berauben.


Wenn du nur gerne deinen Blick
über des Meeres Weite schickst.

Lass dich berauschen von
der Brandung Kraft,
die, obwohl so stark,
eins nicht gleich schafft:

wegzurücken Felsgestein,
so lassen sie einander sein.


Schäumend küsst jede Woge
nach weitem Weg den starken Fels.
Er genießt und schenkt sein Ohr
dem, was sie vom Weg erzählt.




ein Bild


Die Birke


Du wunderbare Birke!
Anmut scheint Dein helles Kleid!
Rechts das Sonnenwirken
zaubert links die Schattenseit`.

Deine Blätter scheinbar gülden
tänzeln um Deines Stammes Kron`.
Durch das leuchtend` Blau dahinter
lächelt ER auf SEINEM Thron.

Freut sich über jedes wirklich`
staunend` Herz auf dieser Welt,
das bereits schon eine Birke
zu SEINEN großen Wundern zählt.




ein Bild

Herbsttanz


Leuchtend tanzt in rot und gelb
mit des Herbstes Wind
bunt, so bunt, Dein Blätterkleid.
Schnell, so schnell verschwindt´s.

Durst´ge Halme winken
dunklen Wolken hoffend zu
darauf, dass des Himmels Trösten
Erwachen schenke nach der Ruh`.



ein Bild




Der hungrige Specht

Auf umstritt´nem Baumstumpf
sucht und stiebt
ein kleiner Freund, recht keck,
nach Gutem, was er selber liebt
und Bess`rem,
was den Jungen schmeckt.

Ob er wohl weiß,
wie grün, wie frisch,
wie strahlend bunt und schön
um ihn herum Natur: verwischt,
veredelt und versöhnt?

Wie sie dem Einen Beute gibt,
den Selben zu ihr werden lässt,
im Strom der Zeit - so ungetrübt -
bunt und klar, wie dieser Specht!




Eisvogel mit Beute


Des Eises Tanz
In blauer Nacht
Beginnt, er spiegelt

Mal grell brillant
Mal mächtig matt:

Blau-orangenes Gefieder.
Des Eises Lied

An dunklem Strand
Vereint zum Kuss der Flügel
Die jetzt noch ruhn
Wie Seine Hand

Bis er befreit von Übel
Des Eises Ruf
Auf offnem Meer
Quält er noch nicht laut genug
Jene, die Natur verheern
In offnem Selbstbetrug?

 

ein Bild


Zwei auf einer Bank


Zwei auf einer Bank
Mit Blick auf Wasserburg
machen hier gern Halt
auf ihrer Fahrradtour.

Zwei auf einer Bank
mit Blick auf Wasserburg
empfinden hier oft Dank
für dieses Stück Natur.

Zwei auf einer Bank,
mit Ausblick auf den See
und Herzen voller Dank
gerichtet in die Höh`,

haben mir erzählt
neulich auf der Bank
von ihrem „Dennoch Auszug“ aus
dem fremd geword`nen Land.

Wo man als Rentner mehr
spürt vom Nur-geduldet-Sein,
als vom Respekt vor weißem
Haar und vor dem Greis.

Es gibt auch Länder, sagten sie,
dort sind die Alten wert und lieb.
Dies sei Beweis für Machbarkeiten
von Systemen, aber leider

glauben deutsche Führungsgeister

sich chronisch oft als viel gescheiter.


 


ein Bild


Die Meersburg


Residierend, Felsen-gleich
blickt sie über´n See.
Könnt uns viel erzählen
über Tal und Höh`.

Ach, halt, warum im Konjunktiv?
gesprochen hat sie doch!
Durch wen, wohl, ja, wer weißt das nicht?
Durch: von Droste Hülshoff.

In milder Abendsonne
freut sie sich aufs Schlafengehn,
um neu am nächsten Morgen
treu nach dem See zu sehn.



Herbstleuchten

Leuchtend gelb bordeaux, orange
lockt der Herbst hinaus,
staunend Richtung Horizont.
Wie strahlend blüht er auf!

Lieber Gott, du machst den Herbst so bunt,
bevor es wieder schneit.

Als größter Künstler malst du ihm
sein zauberhaftes Kleid.

Lieber Gott, du schufst die größten Werke,
die die Welt gesehn,
schufst Farben, die auch, wenn verschieden,
sich alle gut verstehn.

Lieber Gott, als Wissenschaftler
bist unerreichbar groß.
Alle Kreise, die gebor´n,
entstehn in Deinem Schoß!

Leuchtend gelb, bordeaux, olive
lockt Herbst uns vor die Tür´n,
um uns durch buntes Laub und Wind
verzaubernd zu entführ´n.

 

 

ein Bild


Lippenstiftpalmen


Wie farbenfroh ist die Natur!
Licht stets Schatten auf der Spur.
Kraftvoll leuchten Stamm und Gras
in rot und grün vor blauem Nass.

Des Schöpfers große Künstlerhand
zaubert solch` Gebilde,
drum wurd` von tiefer Dankbarkeit
dirigiert mein Wille,

malend zu erleben,
was ich dort gefunden
in einem Buch der Bäume
und tauchte ein für Stunden.


Burg Hohentwiel

PPPPPPPPPPPP
Da steht sie stumm
und stark und trotzt
selbst Stürmen, Näss` und Kält`!
Das Licht der Sonne
zaubert sie
mal dunkel oder hell.

Des Wandrers Aug` ist fasziniert
ob von Ferne oder nah.
Ja, von der schönen Hohentwiel!
Ihr Bild im Herz bewahrt.



Anmerkung:

Mit dieser hier gezeigten fast fotorealistischen Art zu malen, damit begann ich erst 2001. Früher von Kind an malte ich zwar auch schon, nur halt etwas anders und bevorzugt mit Bleistift und manchmal mit Kugelschreiber. Zwischenzeitlich für ein paar Jahre im Teenageralter auch in Öl.

Angefangen habe ich mit erfundenen Gesichtern von schönen Frauen, Landschaften mit Bergen im Hintergrund und vorne meist ein See, weiter hinten rechts eine Hütte, und vorne links war oft ein starker Baum mit ein paar sichtbaren Wurzeln und oben einer deutlich gemalten Krone differenzierter Verästelung. Blätter malte ich zwar auch, aber nicht so gern, dass ich mir dann sagte, ha, der Baum steht wohl im Herbst oder im Frühling da, da braucht es keine Blätterpracht. Dann malte ich gerne Pferde oder nur Pferdeköpfe oder Abstrakte Kunst, also Fantasiebilder mit vielen harmonisch verlaufenden Liniengebilden. Oft machte ich auch eine Skizze von irgendwas oder malte eine/n vor mir sitzende/n Verwandte/n oder Bekannte/n schnell mal ab. Später fing ich auch an, Männergesichter zu malen. Aber das kam weniger natürlich aus mir heraus. Bei den Frauengesichtern war es so, dass jedes weitere anders aussah und doch alle irgendwo eine Art Verwandtschaft zeigten.

So war es schon mit Beginn der ersten Klasse..., da staunten die Mitschüler/innen und selbst die Lehrerin und meist sagte man, was ich male sei "echt gut" und vor allem auch die Gesichter. Ich selbst verstand das kaum, denn aus meiner Sicht war das alles selbstverständlich, ich antwortete öfter mal, das sie selbst das genau so könnten, wenn sie es nur versuchen würden, das sei ganz einfach.
Davon war ich als Kind zumindest überzeugt, *lach*.

Ich durfte sogar während des Unterrichts, wann immer mir danach war, malen. Wahnsinn, oder? Zudem schrieb und malte ich mit der linken Hand. Solch eine tolerante Einstellung unserer Klassenlehrerin, die galt es damals (1965 eingeschult) bestimmt weit und breit zu suchen. Doch dazu sagen sollte ich, dass unsere Lehrerin die Freundin meiner Tante war. Und diese war selbst neben ihrem Beruf als Oberstudienrätin in Deutsch und Kunst auch ausstellende Malerin. Zudem war meiner Lehrerin bekannt, dass die Mutter ihrer Freundin, bzw. meine Großmutter ebenfalls mit der linken Hand malte und schrieb. So kam es dazu, dass mir dieses Privileg zuteil wurde, nicht dafür bestraft worden zu sein, linkshändig zu malen und zu schreiben.


Eine weitere schöne Erinnerung

Einmal haben zwei Geschäftsmänner aus Basel und Österreich, die im Saarland unterwegs waren und in derselben Weinstube in Saarlouis wie ich, an einem Tisch vor mir gesessen. Als einer auf dem Weg zur Toilette an meinem Tisch vorbei ging, blieb er stehen und hörte nicht mehr zu staunen auf, wegen dieser ´wunderschönen` Frau, die ich auf einen Bierdeckel (die obere Schicht zog ich ab) gemalt habe. Sie hatte, das sah auch ich, sehr edle Gesichtszüge, sah attraktiv aus und manchmal, wie bei diesem Mal, war selbst ich ohne Beanstandung selbst zufrieden mit meinem kleinen Werk.

Er wollte es unbedingt haben für auf seinen Schreibtisch und bot mir dafür 100 DM an. Ich dachte nur bei mir, 100 DM für einen Bierdeckel, wow, und war glücklich, es ihm, der so viel Freude daran hatte, verkaufen zu dürfen. Und für mich war das sehr viel Geld.


Das Verfassen meiner Gedichte

Gedichte zu den gemalten Bildern schrieb ich früher nicht, sondern sie entstanden einfach so. Eines, woran ich mich erinnere, entstand, als ich ca. 14-jährig, schweren Herzens mit zu den Waden im Tegernsee stand (zusammen mit meiner Schwester), und wir uns an diesem Morgen von ihm, diesem wunderbaren an diesem Morgen silbergrau gefärbten See, verabschiedeten. Ich fühlte mich noch wie ein Kind. Es war der letzte Urlaubstag am Tegernsee, und ich entdeckte die Liebe zu diesem Gewässer noch "eine Gangart höher".

Es war zwar alles grau an diesem Morgen und neblig, aber ich liebte diese Wetterstimmung.
"Nebelgeister", dieses Wort erfand ich, als ich meinen Blick zu den, den See umspannenden Bergwäldern wandte. Auch falls es das Wort schon längst gegeben haben sollte, - ich hatte es zuvor noch nie gehört -, so erlebte ich es als ein in mir auf kreative Weise erfundenes oder geborenes Wort. Und sofort kam innerhalb meiner Abschiedsstimmung und dieser Traurigkeit eine Art Freude auf, daran, beginnend mit den Wörtern „Nebelgeister“ und „Tegernsee“ ein neues Gedicht entstehen zu lassen, denn meine Stimmung zog mich geradezu in das Reich der Reime. Aber ich finde es nicht mehr, das Gedicht.

Es gibt nicht wenige Umzugskisten, die bei Bekannten zurück gelassen wurden. Ich zog ca. 35 mal um bis jetzt. Der erste Umzug vom Saarland weg ging nach Bayern, wohin es mich wie magisch anzog. Rein intuitiv und voller Gefühl und Liebe zu den Alpen, zu ihrem Anblick. Ich liebe den Blick auf die Alpen so sehr. Entdeckt hatte ich diese Liebe, als meine Eltern mit uns Kindern zum ersten Mal in diese Region gefahren waren. Ich schrie beim Anschauen der Steinberge mit den Schneespuren jedes mal auf vor tiefem Entzücken und das, dieses seltsam mich durch und durch ergreifende Gefühl blieb dann auch für immer, kam jedes mal auf wie beim ersten mal. Wie wenn man verliebt ist. Das fast genau gleiche tiefe in mich greifende Gefühl löst es aus, wenn ich jemanden österreichisch sprechen höre. Es ist mir dann, als würde ich gerade erst richtig wach werden, glücklich, wie daheim angekommen, wie als habe ich etwas wichtiges wieder gefunden...

Obwohl ich damals auf der höheren Handelsschule noch ein Jahr fertig zu machen hatte, entschied ich mich, abzubrechen und mich in Bayern im Hotel oder sonst wo zu bewerben, um in meinen geliebten Bergen wohnen zu können.
Meine Mutter und eine Tante schlugen mir die "Heim und Welt" vor zu kaufen.
Ich erhielt, ohne dass ich mich vorstellen musste, eine Stelle als Zimmermädchen, in einem heute 5-Sterne-Hotel.

Ich hatte nach einem halben Jahr die Idee, zu kündigen, und ab jetzt in mehreren Hotels rein zu schauen...und jobbte...und konnte gut Erfahrungen sammeln.

Zurück zu dem Gedichte-schreiben.
Ein anderes Gedicht z. B. entstand etwas später. Ich machte mir Gedanken über die Projektionen von wohl den meisten Menschen, wie sie jeweils so(!) sicher sind mit ihrem Beurteilen von anderen Menschen und deren Handlungen oder Motiven, obwohl sie offensichtlich oft nur von sich auf andere schließen.

Auch diesem Gedicht (blau formatiert) gab ich keine Überschrift (die meisten meiner Gedichten haben beim Entstehen noch keine Überschrift, die gebe ich erst hinterher, weil es sich halt für ein Gedicht so gehört.

 

Nach eig´nem Maßstab wertet man
Den Menschen allgemein.
Und schätzt fast immer ungeniert
Den Andern wie sich selber ein.

´Wie wird er wohl in dieser
Heiklen Lage reagieren?
Natürlich, was auch sonst?!
Los gehts mit Projizieren.
(Ursprünglich stand dort:
"Er kann sich bloß blamieren!")

Denn viel zu selten nimmt man Rücksicht
Drauf, wie wohl der Andre denkt.
Entsprechend nämlich dem Charakter,
Der jede Handlung eigens lenkt.


Dann gibt es noch ein Gedicht, das ich hoffe, wieder zu finden, das mit "Gitterstäbe des Irrtums" anfing.

Ich wünschte mir sehr, wieder zu diesen Gedichten zu kommen. Wo sind sie bloß, in welcher Kiste oder in welchem Karton.

Wer weiß, vielleicht liest ja mal jemand diese Passage und weiß wo sie sind.

 


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